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Anzeiger Bezirk Affoltern 9. September 2005 / von Annemarie Stüssi Bewegte und beseelte Ruhe Zur Ausstellung mit Alain Mieg in der Galerie Marlène, Ottenbach.
Die aktuelle Ausstellung bei Marlène Hegetschweiler steckt voller Überraschungen, sowohl was die Kunstschaffenden als auch was die Bildthemen betrifft. Was sich vordergründig als Realität präsentiert, ist von hintergründiger Aussagekraft. Sind die Wolkenbilder von Alain Mieg Seelenbilder, kippen die Stillleben von Joerg Eyffert vom Realen ins Surreale, was verbirgt sich hinter den verschlossenen Gesichtern der Porträts von Agnès Baillon? Die drei Kunstschaffenden, die zur Zeit ihre Arbeiten in der Galerie Marlène zeigen, mögen sich offensichtlich nicht dem Mainstream in der aktuellen Kunstszene anschließen. Darüber hinaus negieren sie auch die in der Szene weitverbreitete Tendenz zur Provokation mit ihrem Schaffen. Traditionalisten sind sie aber in keiner Art und Weise, wohl aber ausgeprägte Individualisten. Alain Mieg "Wolkenbilder" oder auch "Horizonte" nennt der Aargauer Künstler seine Malereien, die ein weites Feld der Naturbeobachtung einschließen. Himmel und Erde, Wasser und Luft bilden seine Bildinhalte und sind doch alles andere als Landschaftsmalerein. Vielmehr sind es Erlebnisbilder, die ihre Entsprechung im Inneren des Menschen finden, Bilder, die nicht nur in die Höhe und die Weite greifen, sondern auch in die Tiefe der menschlichen Seele. Eigentlich bräuchten die Arbeiten von Mieg keine Titel, denn sie erschließen sich dem offenen Beobachter scheinbar von selbst. Scheinbar! Denn so wie der Künstler die Landschaft sieht, entspricht dies keineswegs einem vordergründigen Naturerlebnis. Einerseits sind es Momentaufnahmen einer sich minütlich verändernden Ansicht und andererseits Interpretationen einer ganz persönlichen Einsicht. Unendlichkeit ist eine Begriff, der sich auf die meisten von Miegs Arbeiten anwenden ließe, handle es sich nun um den Wolkenhimmel, das bewegte Meer oder den Luftraum dazwischen. Eigenartigerweise strahlen die Bilder bei aller Bewegung, von der sie beherrscht sind, eine große Ruhe aus. Es ist wohl die Grenzenlosigkeit der Horizonte, sie sich erahnen lässt und die von keinerlei Vegetation und schon gar nicht von Menschen gestört oder unterbrochen wird. Dennoch ist es kein Gefühl der Einsamkeit, welches von dieser Malerei ausgeht, vielmehr offenbart sich in ihnen ein Reichtum, welcher der Natur innewohnt und seine Entsprechung im seelischen Erleben findet. Dieser Reichtum spiegelt sich ganz besonders auch in der Farbskala, die einerseits von den unterschiedlichsten Blautönen des Himmels und des Wassers, gleichzeitig aber auch von warmen Erdfarben und dem von der Sonne erzeugten Rot-Gelb gebildet wird. Wenngleich die Themenwahl Alain Miegs einer von ihm selbst gewählten Beschränkung entspricht, zeugen die Arbeiten doch von einer breiten Erlebnis- und Beobachtungsvielfalt und darüber hinaus von einem unermüdlichen Suchen nach dem "Herz aller Dinge".......... Die Ausstellung in der Galerie von Marlène Hegetschweiler, Lanzenstrasse 6, 8913 Ottenbach, dauert bis 8. Oktober 2005. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14.00-18.00 Uhr Samstag und Sonntag 11.00-16.00 Uhr. Apéros jeden Sonntag vom 11.00-16.00 Uhr Finissage, Samstag, 8. Oktober, 11.00-16.00 Uhr. Telefon 044-761 21 49 Zur Laudatio Entsprechend der Tradition in der Galerie von Marlène Hegetschweiler hielt auch diesmal eine engagierte Politiker-Persönlichkeit die Vernissage-Ansprache. Es war dies die FDP-Nationalrätin und ehemalige Finanzdirektorin von Appenzell Ausserrhoden, Marianne Kleiner. Sie machte sich ihre Aufgabe nicht einfach und ging nachdrücklich auf die Beziehung zwischen Politik und Kunst ein. Dabei kam sie zum Schluss, dass Kunst nicht mehrheitsfähig sein muss und kann, und dass somit keine demokratischen Ansprüche an Kunstwerke gestellt werden können. Problematisch erscheint ihr aber auch der "Fall Hirschhorn" mit allen seinen fragwürdigen Konsequenzen. Eine echte Beziehung fand die Politikerin zu den Werken der drei ausstellenden Kunstschaffenden, die sie mit einfühlsamen Worten charakterisierte und dabei ihr ganz persönliches Verhältnis zu dieser Ausstellung zum Ausdruck brachte. Eine persönliche, beziehungsweise familiäre Beziehung unterhält Marianne Kleiner aber auch zum Säuliamt, weshalb sie öfters in unserem Bezirk weilt. Dass sich unter den Vernissagegästen weitere Politiker-Persönlichkeiten befanden, überraschte nicht. So entdeckten wir den Zürcher Ständerat Hans Hofmann, die Affoltener Gemeindepräsidentin Irene Enderli sowie den Bonstetter Gemeindepräsidenten Charles Höhn. amst. |
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